Geiz ist nicht geil - auch im Sport!

 

 

Sparsamkeit zählt - ein hohes Gut in unserer bürgerlichen Gesellschaft. Unter den Schwaben gilt das -so heisst es seit jeher - ganz besonders, auch in Sachen Lob. Nicht getadelt ist auch gelobt, wie furchtbar. Schwarze Pädagogik vom Feinsten.

Wenn die Sparksamkeit allerdings weder Mitte noch Maß kennt, dann sprechen wir von Geiz! Eine zuweilen schlechte Eigenschaft.

Nach meiner langjährigen Beobachtung spielt ebendieser Geiz auch im Sport eine nicht zu unterschätzende Rolle. Nicht wenige erwarten sehr viel. Sehr viel Angebot, sehr viel Beratung, sehr viel Organisation, sehr viel Präsenz. Das Ganze am besten: zum Nulltarif.

 

Kurzum: Da läuft wieder was schief. Wer sich womöglich ein teures Auto leisten kann, der kann sich auch einen relativ preisgünstigen Laufkurs bei der "Laufschule Müller" und anderen Anbietern in diesem Segment leisten. Oder nicht?

Offenbar nicht. Teurer SUV ja, Sportangebot gegen Gebühr, mmmmh besser nein! Die klassische Doppelmoral. Ähnlich "verfahren": Ich fahre mit meinem sündhaft teuren "Panzer" zum Bioladen um die Ecke, und beruhige mein Gewissen. Welches Gewissen bitteschön?

 

Anderes Beispiel: Untersuchungen zeigen, dass nicht der "gut situierte" Erdbewohner mit Anzug und Krawatte dem armen Mann oder (Tendenz steigend) der armen Frau auf der Straße eine Münze in den eigens dafür bereitgestellten Becher zubilligt, sondern vielmehr und eher jener Passant, der keinen SUV sein Eigen nennt oder sich eine teure Wohnung in der Großstadt leisten kann. Kurz und schmerzvoll: Wer hat, gibt weniger! Und wer nichts hat, dem wir nicht gegeben - vice versa.

 

Will sagen: Ich stimme meinem stadtbekannten Kollegen J.-C. Rousseau zu: Der Mensch ist von Natur aus gut. Es ist die Gesellschaft, die ihn verdirbt. "Geiz ist geil" - Stopp! falsch abgebogen! Bitte nicht immer den anderen "Schafen" hinterher.